Vor etwa 15000 Jahren kam der Mensch
auf den Hund. Zu dieser Zeit wurden die ersten Hunde als Haustiere in
der Obhut des Menschen gehalten und gezüchtet. Seither verbindet
Mensch und Hund eine lange gemeinsame Geschichte, in der der Hund als
Wachhund, Hütehund, Jagdhund, oder einfach als Begleithund oder Schoßhund
das Leben des Menschen teilt.
Wie kam nun ein einzelner Mensch zu seinem bestimmten Hund? Neben dem
reinen Zufall war es in früheren Zeiten wohl in erster Linie der
beabsichtigte Verwendungszweck, der die Auswahl eines Hundes bestimmte.
Aus den im Laufe der Zeit entwickelten Hunderassen konnte sich jeder den
für seinen Zweck am besten geeigneten Hund auswählen. Diesen
fand der zukünftige Hundebesitzer am ehesten in seiner unmittelbaren
Umgebung, sei es bei einem Züchter aus der Dorfgemeinschaft, sei
es bei einem Züchter der gleichen Profession. So wurde ein künftiger
Hütehund wohl am besten bei einem Hirten erstanden, ein für
die Jagd vorgesehener Hund am besten bei einem erfolgreichen Jäger.
Die vor allem in der jüngeren Vergangenheit boomende Liebhaberzucht
veränderte sowohl die Auswahlkriterien in der Hundezucht als auch
die bei der Anschaffung eines Hundes. So stand auf einmal nicht mehr die
tatsächliche Gebrauchsfähigkeit im Mittelpunkt des Züchter-
oder Eignerinteresses sondern vielmehr die Begeisterung für ein möglichst
ungewöhnliches Äußeres.
Vom extremen Zwergwuchs bis zum Riesenwuchs, vom Schlappohr bis zur Stummelrute,
von der Haarlosigkeit bis zur Faltenhaut und in den verschiedensten Farbvariationen
fanden Hunde ihre Liebhaber.
Die Hunde wurden nicht mehr vor allem bei Züchtern aus der näheren
Umgebung, sondern je nach Vorliebe und Geldbeutel aus den verschiedensten
Quellen erstanden. In vielen Fällen schaltete sich der Zwischenhandel
z.B. in Form von Tierhandlungen ein. Hunde wurden nicht mehr nur nach
gezielter Auswahl für einem bestimmten Zweck erstanden, sondern oft
als Spontanentscheidung, weil der Welpe in der Auslage so herzig war.
Heute ist es sehr oft die Medienwerbung, die die Entscheidung für
eine bestimmte Rasse begründet. West Highland White Terrier, Berner
Sennenhunde und Golden Retriever wurden nicht zuletzt zu Modehunden, weil
die Hundefutterwerbung mit ihnen um Marktanteile kämpfte. Auch Kino-
und Fernsehfilme sind für das Kaufinteresse an bestimmten Rassen
verantwortlich. Angefangen mit Lassie über Boomer bis zum Komissar
Rex waren hundliche Filmstars Trendsetter für Moderassen. Es sind
vor allem Hundeneulinge, die sich durch das filmisch vermittelte Image
eines Einzelhundes für eine Rasse begeistern. Dabei sind Enttäuschungen
kaum zu vermeiden, denn nur in den wenigsten Fällen entspricht der
schließlich gekaufte Hund den Erwartungen, die aufgrund seines filmischen
Vorbildes in ihn gesetzt werden.
Seit der Öffnung des Ostens werden sehr viele Hunde aus Billigimporten
erstanden, wobei wieder vor allem Hundeneulinge auf Angebote aus Zeitungsinseraten
reagieren, in denen Hunde aus aktuellen Moderassen zu besonders günstigen
Preisen angeboten werden. Das vermeintliche Schnäppchen entpuppt
sich dann sehr oft als kostenintensiver Dauerpatient oder als verhaltensgestörter
Problemhund.
Aber auch erfahrene Hundeleute, die sich aus durchaus rationalen Gründen
für eine bestimmte Rasse entschieden haben, stehen oft vor dem schwierigen
Problem der Auswahl eines Hundes, der den Anforderungen nach Gesundheit
und Wesensfestigkeit entsprechen sollte.
Genetisch bedingte Krankheiten und Krankheitsveranlagungen sind in
vielen Hunderassen verbreitet.
Man sieht dem Welpen dabei in den meisten Fällen nicht an, welche
Krankheiten er mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit einmal bekommen wird.
Bei manchen Rassen ergibt sich die Veranlagung für bestimmte Krankheiten
allerdings direkt aus dem gewünschten Rassestandard, so daß
bei diesen Rassen der Käufer wissen sollte, auf welche Gesundheitsrisiken
für den Hund er sich einläßt.
Dieser Artikel ist gedacht als Entscheidungshilfe für potentielle
Hundekäufer, wobei einerseits dem Hundeneuling geholfen werden soll
Fehler zu vermeiden, andererseits auch der erfahrene Hundebesitzer Tips
bekommen soll, wie er mit möglichst großer Wahrscheinlichkeit
einen gesunden Hund bekommt.
|