Ein guter Hund muß nicht unbedingt
ein Rassehund sein. Mischlinge können bezaubernde, wesensfeste und
gesunde Hunde sein und sie haben gegenüber dem Rassehund sicherlich
einen großen Vorteil: Sie sind im allgemeinen billiger. Wenn man
aber davon ausgeht, daß der Kaufpreis nur einen kleinen Bruchteil
der Kosten ausmacht, die im Laufe eines Hundelebens anfallen, dann sollte
man nicht am falschen Platz sparen.
Denn der Kauf eines Rassehundes hat durchaus auch seine Vorteile: Der
größte Vorteil ist, daß man weiß, wie der Hund
als Erwachsener einmal ausschauen wird. Bei Mischlingen kann man das nie
so genau wissen. Bei Rassehunden lassen sich auch in etwa bestimmte Wesensmerkmale
vorhersehen, die sich auf der Basis einer leistungsorientierten Auswahl
(Selektion) im Lauf der Domestikation entwickelt haben. Die in diversen
Rassebüchern erscheinenden Beschreibungen, nach denen ja wohl jede
Hunderasse kinderlieb, intelligent und wesensfest ist, sind zwar mit Vorsicht
zu betrachten. Denn der Charakter und das Wesen eines Hundes werden
sehr viel mehr durch seine Umgebung und Erziehung geprägt, als durch
seine Rassezugehörigkeit.
Nichtsdestoweniger kann bzw. muß man bei bestimmten Rassen mit bestimmten
Wesensgrundzügen rechnen. So zeichnen sich z.B. alle Jagdhunderassen
durch einen mehr oder weniger ausgeprägten Jagdtrieb aus, viele Terrier
durch ein ausgeprägtes Temperament, Spitze sind als bellfreudig und
wachsam bekannt etc..
Tabelle 1 gibt eine Übersicht über
Wesensmerkmale verschiedener Hunderassen und möglicherweise daraus
folgende erwünschte und unerwünschte Verhaltensweisen.
Bei Mischlingen können sich Wesensmerkmale der Ausgangsrassen überlagern
und unter Umständen zu problematischen Kombinationen führen.
Auch die den Mischlingen oft nachgesagte bessere Gesundheit trifft nur
bedingt zu. Bei Mischlingen ist zwar im allgemeinen mit weniger Inzuchtschäden
zu rechnen, da ihre Eltern in den meisten Fällen nicht miteinander
verwandt sind. Dennoch können auch Mischlinge von ihren Eltern sog.
Defektgene erben, das sind Gene, die eine Krankheitsveranlagung in sich
tragen. So kann es auch beim Mischling zur Ausbildung dieses Defekts kommen.
Dies trifft vor allem für Erbkrankheiten zu, die in vielen Hunderassen
verbreitet sind.
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