1. Züchter
Der internationale Dachverband für Hundezucht ist die FCI (Federation
Cynologique International). Die FCI erkennt in jedem Land nur einen nationalen
Zuchtverband als Mitglied an. Der in Deutschland von der FCI anerkannte
Hundezuchtverband ist der VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) in
Dortmund, der sich als Dachverband für diverse Rassezuchtverbände
versteht.
Der VDH gibt für die ihm angeschlossenen Rassezuchtverbände
einen züchterischen Mindeststandard vor, der von den einzelnen Rassezuchtverbänden
noch verschärft werden kann. Der VDH führt das Zuchtbuch für
alle ihm angeschlossenen Zuchtverbände, organisiert Ausstellungen,
bildet Formwert- und Leistungsrichter aus und veranstaltet regelmäßig
Fortbildungsveranstaltungen für Züchter.
Die Haltungs- und Aufzuchtbedingungen der Welpen werden durch die Zuchtwarte
kontrolliert, so daß eine artgerechte Entwicklung der Welpen gesichert
ist. Eine möglichst artgerechte Aufzucht der Welpen speziell in den
ersten acht bis zehn Lebenswochen ist für die spätere Mensch-Hund-Beziehung
außerordentlich wichtig, denn nur Welpen, die in dieser Zeit in
möglichst intensivem Kontakt zu ihrer Mutter, ihren Geschwistern
und zum Menschen aufwachsen, sind später in der Lage, sich problemlos
in das "menschliche Rudel" einzuordnen. Fehler, die in dieser
wichtigen Sozialisierungsphase bei der Welpenaufzucht gemacht werden,
lassen sich später praktisch nicht mehr korrigieren.
Nicht artgerechte Aufzuchtbedingungen sind eine der Hauptursachen
für Problemhunde.
Neben dem VDH und den ihm angeschlossenen Rassezuchtverbänden gibt
es noch diverse andere Zuchtverbände. Diese Zuchtverbände entstehen
oft als Konkurrenzverbände, wenn Züchter mit Bestimmungen des
VDH nicht einverstanden sind oder bisweilen einfach aufgrund zwischenmenschlicher
Probleme zwischen Mitgliedern eines Verbandes.
Auch in diesen Zuchtverbänden gibt es teilweise Regeln und Bestimmungen,
denen sich die Mitglieder unterwerfen. Diese sind aber uneinheitlich und
besonders für den Hundeneuling oft schwer zu überblicken. Welpen,
die z.B. in Tierhandlungen für relativ teures Geld "mit Papieren"
angeboten werden, stammen immer aus nicht dem VDH angeschlossenen Zuchtverbänden.
Damit ist keinerlei Information über die durchgeführten züchterischen
Massnahmen gegeben, wie z.B. über Selektion (Auswahl) der Elterntiere
gegen Erbfehler, Wesensselektion, Leistungsselektion, etc...
Böse Überraschungen erleben Käufer solcher Hunde oft auch,
wenn sie später mit dem Hund auf eine Ausstellung gehen wollen und
erfahren müssen, daß das Abstammungspapier, das sie für
ihren Hund bekommen haben, vom VDH nicht anerkannt wird. Oder wenn sich
im Lauf des Wachstums herausstellt, daß der Hund überhaupt
nicht der Rasse gleicht, zu der er laut Ahnentafel gehören sollte...
Achten Sie also bei der Auswahl des Züchters auf die Mitgliedschaft
in einem vom VDH anerkannten Rassezuchtverband. Einen Link zum VDH finden
Sie im Anhang.
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