Frage: Wie erkenne ich Hautpilzerkrankungen
bei Heimtieren
Antwort: Aus der tierärztlichen Praxis Peter Siggel,
Varel
Es können alle Haus- und Nutztiere von Hautpilzen befallen werden.
Die mikroskopisch kleinen Organismen siedeln sich in dem Fell und auf der Haut
an und erzeugen Tausende von Pilzsporen.
Diese Sporen dienen einzig und alle der Weiterverbreitung.
Das Eindringen eines Pilzes in die Haut ist immer dann ermöglicht, wenn
die Haut eine momentane Immunschwäche an der Eindringstelle der Spore in
die Haut aufweist.Sowohl durch direkten Kontakt als auch durch Pflegeutensilien,
Futtermittel, Decken und andere Gegenstände kann die Erkrankung von Tier
zu Tier, vom Tier auf den Menschen und vom Menschen aufs Tier übertragen
werden. Auch Parasiten die auf und in der Haut leben sind an der Verbreitung
beteiligt.Bei erkrankten Tieren finden sich als typische Hautveränderungen
kreisrunde haarlose Stellen, häufig am Kopf, am Hals, in Ohrnähe oder
an den Gliedmassen. Sie sind mit Schuppen oder Borken belegt und zur geschlossenen
Felldecke hin mit einem roten, entzündeten Randsaum begrenzt. Teilweise
können diese Veränderungen mit deutlichem Juckreiz verbunden sein.An
derart vorgeschädigten Hautstellen haben auch Bakterien ein leichtes Spiel
und können das Krankheitsbild deutlich komplizieren.Darüber hinaus
gibt es auch atypische Verlaufsformen, die je nach Tierart, Pilzart und Abwehrlage
des Tieres variable Hautveränderungen hervorrufen. Deshalb sollten alle
Tiere mit deutlichen Hautveränderungen frühzeitig tierärztlich
untersucht werden.Da auch nicht uebertragbare Hautkrankheiten vergleichbare
Krankheitsbilder zeigen können, ist zur Diagnose in aller Regel eine Laboruntersuchung
erforderlich.Beim Menschen beginnt die Erkrankung mit einem rötlichen,
linsengrossen schuppigen und juckenden Fleck, meist an Unterarmen, Beinen oder
im Gesicht, der nach aussen waechst, waehrend die Mitte abheilt. Bleibt die
Erkrankung unbehandelt, entstehen zahlreiche solcher Herde, die landkartenartig
zusammenfliessen können. Am behaarten Kopf können rundliche, kahle,
grauweiss beschuppte Flecken entstehen.Zur Behandlung bei Tier und Mensch stehen
pilz- und sporenabtoetende Salben, Lotionen, Spruehloesungen und Tabletten zur
Verfügung. Die Heilung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen!Vorbeugend
sollte auf besondere Hygiene im Umgang mit hauterkrankten Tieren geachtet werden.